Rabatt bei der privaten Krankenversicherung – aber nur für Politiker

Kaum kam die Information an die Öffentlichkeit, das CDU Parteimitglieder satte Rabatte bei der privaten Krankenversicherung Axa erhielten, empörten sich vor allem die SPD Genossen. Und kurze Zeit später folgte der Dämpfer. Auch die Kollegen der SPD erhielten vergünstigte Konditionen bei der privaten Krankenversicherung.

SPD-Mitglieder haben auch ähnliche Vergünstigungen bei der privaten Krankenversicherung erhalten wie ihre Kollegen der CDU. So sagte die SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks der “Süddeutschen Zeitung”, dass alle SPD Mitglieder über ihre SPD-Card “ein Angebot der Victoria Krankenversicherung AG für Tarife in einem Gruppenversicherungsvertrag” beantragen konnten. Die Neuverträge hätten zwischen den Jahren 2003 und 2007 abgeschlossen werden können. Die alten Bestandsverträge liefen nach 2007 weiter. Erst Ende 2011 seien dann auch diese Bestandsverträge ausgelaufen.

Nicht nur das Angebot der privaten Krankenversicherung war Teil des Vergünstigungsprogrammes für Parteimitglieder. So konnten neben der privaten Krankenversicherung die Inhaber der Partei-Card auch “Angebote der Victoria Lebensversicherung für eine förderungsfähige private Rentenversicherung” in Bedarf nehmen. Offen ist welche Tarife den Mitglieder angeboten wurde und wie viele Mitglieder den angebotenen Gruppenvertrag eingetreten sind. Die SPD Card gibt es seit Ende 2006 nicht mehr.

Die CDU schloss erst vor Kurzem ein Gruppenvertrag mit der Axa ab, in dem ihre Mitglieder 5 Prozent Rabatt erhielten und diverse Sonderechte. Karl Lauterbach (SPD) kritisierte scharf den geschlossenen Gruppenvertrag mit der Axa. So sei der Vertrag der Union Heuschlerei.

Allerdings sind Gruppenverträge in der Praxis häufig anzutreffen und das nicht nur bei Parteien. Mittel bis Große Unternehmen erhielten ebenfalls für Ihre Mitarbeiter Gruppenrabatte bei privaten Krankenversicherung und Lebensversicherungen sowie Rentenversicherungen. Problem sei, dass man Parteien ein verstecktes Sponsoring unterstellen könnte. Da alle Parteien das Recht auf Gruppenverträge bei der Axa besitzen, erscheint die Kritik Lauterbachs mehr als Sympathiefang und Meinungsmache statt ein wirkliches politisches Statement. Anders aber im Fall der Petra Roth. Die ehemalige Frankfurter CDU Oberbürgermeisterin und ihr Kollege sitzen aktuell im Aufsichtsrat der Axa. Hier ist Obacht angebracht und öffentlichkeitswirksame Kritik ebenfalls.

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